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Program/
Masterstudium/

Großes Entwerfen "The Infrastructures of Housing"

 

Lehrbeauftragter

   Michael Klein

Data

   253.982_Großes Entwerfen 8.0h [10ECTS]

• Situation

Mehr noch als Aussehen oder formale Gestalt kennzeichnet Infrastruktur die Architektur des sozialen Wohnungswesens. Es sind zunächst Fragen der Versorgung, der Menge an Wohnraum und seiner Verteilung, zugleich Fragen der Ausstattung, die sich im Zuge der Neuauflage der Wohnungsfrage, so wie sie gegenwärtig diskutiert wird, stellen. Lage, Dichte und Preis, die öffentliche Anbindung, die Ausgestaltung des Wohnumfeldes und die Versorgung durch öffentliche und private Einrichtungen rücken ins Blickfeld des Wohnens, nimmt man diese Perspektive der Infrastruktur ein. Seine Anknüpfungspunkte an das gesellschaftliche Zusammenleben in der Stadt findet diese Perspektive der Infrastruktur dort, wo die Wohnung nicht als Ware verstanden wird, sondern als Teil einer wohlfahrtsstaatlichen Versorgung etwa zu einem Recht wird. Dabei ist das Wohnungswesen aber stets auch ein Dispositiv, eine Apparatur, die Fragen des Zusammenlebens, von Eigentum und Besitz, von Öffentlichkeit und Privatheit, der Subjektivität an die architektonische Form, den Plan und Grundriss bindet und über die regulierend in die Stadt eingegriffen wird. Der Auseinandersetzung mit dem Wohnen aus dieser infrastrukturellen Perspektive widmet sich dieses Entwerfen.

• Aufgabe

Mit dem Wohnen steht die Frage der Leistbarkeit des Lebens in der Stadt auf dem Prüfstand – und das nicht erst seitdem aktuelle Fluchtbewegungen den akuten Mangel an Wohnraum ins Licht gerückt haben. Eine Mehrzahl europäischer Städte ist gegenwärtig mit der Herausforderung konfrontiert, in möglichst kurzer Zeit, eine möglichst große Menge an Wohnraum bereitzustellen und dabei nicht die Fehler der Architektur und Stadtplanung eines technokratischen Bauwirtschaftsfunktionalismus der Jahre nach 1945 zu wiederholen: Das Fehlen von Räumen der Arbeit, des Neben- und Miteinanders, des gemeinsamen Denkens und Handelns, den Nischen individueller wie kollektiver Verwirklichung.

Ziel des Entwerfens ist, Strategien, Pläne und Maßnahmen – die infrastrukturellen Architekturen des Wohnens – zu entwickeln, die sich dieser Herausforderung eines neuen Massenwohnens stellen.

Methode

Wir werden uns über die intensive genaue Analyse der gebauten Umwelt anhand einiger konkreter historischer Beispiele diesem Thema, dem Massenwohnen nähern: Die Infrastrukturen des Wohnens im Detail untersuchen, kartieren, beschreiben und darstellen und von dort ausgehend, die Möglichkeiten eines radikalen Umdenkens aus der Perspektive der infrastrukturellen Versorgung wagen.

Das Studio verfolgt den Ansatz eines forschungsgeleiteten, reflexiven Entwerfens. Die Annäherung an das Thema ist analytisch und umfasst neben dem Design auch das Lesen und Arbeiten mit Texten. Die Architektur und ihre Werkzeuge, die Zeichnung, der Plan, das Modell, die Karte – und auch der Text – dienen nicht nur der Imagination neuer Wohnformen, sondern zugleich der kritischen Analyse der Gegenwart und ihrer räumlichen Abbilder. Weniger der Entwurf eines einzelnen architektonischen Objekts als vielmehr die Darstellung und Vermittlung komplexer Zusammenhänge, jene der städtischen Infrastrukturen des Wohnens, kennzeichnen dieses Studio.  Der Entwurf bewegt sich dabei ständig zwischen Recherche und Analyse auf der einen, und der Entwicklung von Architekturen auf der anderen Sei

Entwerfen meint hier auch textlich die eigene Aufgabenstellung zu präzisieren, das eigene Projekt in seiner wirtschaftlichen und sozialen Dimension zu entwickeln und in die Debatten der Architektur einzubetten; die Entwicklung neuer Szenarien beinhaltet daher die Auseinandersetzung mit historischen und gegenwärtigen Beispielen der Wohnungsarchitektur, um das eigene Projekt zu entwickeln, oder, anders gesagt: ein Argument in der Architektur zu formulieren. 

  

Termine

ERSTES TREFFEN

Mittwoch 12. Oktober 2016,
09.00 Uhr, Seminarraum 3


TREFFEN
12. 19. Oktober, 16. 23. 30. November, 7. 14. 21. Dezember, 11. 18. Jänner 09.00 Uhr, Seminarraum 3


INTENSIVTAGE
13.und 14. Oktober abends (urbanize!)

4.November – 7. November 2015


ABGABE
25. Jänner 2016

TeilnehmerInnen

TU Wien, Institut für Architektur und Entwerfen, e253.2 Abteilung für Wohnbau und Entwerfen - Disclaimer - G Analytics